Usiku, Beppu und Aso

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wei Wochen lang arbeitete ich in einer Gruppe internationaler Freiwilliger in einem lokalen Projekt in Südjapan mit. Die Zeit war spannend und intensiv, aber ich freue mich jetzt auch, durch das Land zu reisen und noch mehr von diesem faszinierenden Inselstaat zu erleben.

An unserem letzten gemeinsamen   Abend zogen wir gemeinsam durch Kagoshima, die größte Stadt auf dem Südzipfel Kyushus. Da ich die letzten Wochen auf dem Land, in idyllischer Abgeschiedenheit, verbracht hatte, fand ich alles ganz toll – besonders die Einkaufsstrasse mit all ihren bunten Lichtern, grellen Dekorationen und vielen Menschen. Im Vergleich zu anderen Städten wahrscheinlich nicht überragend, aber zu japanischen Bäumen und Pferden durchaus ein kleiner Kontrast.

Nach einem gelungenen letzten Abend brach ich am nächsten Morgen auf. Und mit mir die Koreanerin Sook. Sie wollte auch noch ein Weilchen durchs Land reisen, und so gingen wir ein Stück unseres Weges zusammen.

Usiku: In Usiku gibt es jahrhunderte alte Buddha-Figuren zu sehenDas erste Reiseziel war Usiku, im Nordosten Kyushus. Zweifelsohne eines der ungewöhnlicheren Destinationen. Als wir unterwegs einer Japanerin erzählten, wo wir hinwollten,  fiel ihr ungläubig die Kinnlade herunter. „Usiku? Was wollt ihr denn da? Da gibt’s doch gar nichts!“ Weit gefehlt. Usiku ist wirklich ein kleiner Ort, dafür aber alles andere als touristisch überlaufen. Und dies sind eindeutig die Orte, die ich bevorzuge. Die Hauptattraktion Usikus sind die Jahrhunderte alten Buddha-Figuren. An den Hügeln am Rande des Städtchens ist ein Park angelegt. Durch Bambuswald flanierend lassen sich die alten Statuen und Reliefs bewundern – dabei wäre bereits dieses schöne Fleckchen grün es wert, hier heraus zu fahren.
Der Park liegt etwas außerhalb, aber am Bahnhof lassen sich günstig Fahrräder ausleihen, mit denen man in 25-30 Minuten zum Park kommt. Der nette Mann am Bahnhofsschalter vergibt nämlich nicht nur die Fahrräder, sondern auch Stadtpläne.

Danach ging es weiter nach Beppu. Das bekannteste Highlight in Beppu sind die heißen Quellen. Diese gibt es zwar in ganz Japan, aber in Beppu gibt es besonders viele. Die Stadt hat sich zudem ihren Tourismussektor mit den Quellen aufgebaut. In Beppu gibt es nichts, was es nicht gibt – zumindest was das Baden in heißen Quellen oder sonstige Wellnessangebote betrifft.

In Japan wäscht man sich, bevor man badet. Und zwar ausgiebig. Dies gilt sowohl für den Hausgebrauch, als auch für öffentliche Bäder, genannt Onsen. Nach Männern und Frauen getrennt betritt man zuerst die Umkleide, wo man sich aller Kleider entledigt. Danach wäscht man sich im Waschraum rein. Man sitzt auf kleinen Hockern und darf sich verschwenderisch mit warmem Wasser übergießen, bevor man in das große Becken steigt. Die ersten Sekunden mögen schmerzhaft sein, aber der Körper gewöhnt sich schnell an das heiße Wasser und bald durchströmt den Körper die wohltuende allumfassende Entspannung, für die japanische Bäder gerühmt werden. Ein Genuss.

Wir verbrachten die Nacht in Beppu. Dank der vielen Touristen gibt es glücklicherweise auch viele Low-Budget-Hostels.  Am nächsten Morgen brachen wir auf nach Aso. Auf Japan gibt es ja bekanntlich noch aktive Vulkane. Und ich wollte die Insel nicht verlassen, ohne mal an einem Krater gestanden zu haben. Leider hatte ich in Aso kein Glück. Die Gegend ist wunderschön – die Hügel und das viele Grün haben etwas von den schottischen Highlands. Aber leider sollte ich nicht ganz zum Krater vordringen können. Ich kam zwar bis an den Fuße des Vulkans, aber da gerade giftige Schwefeldämpfe aus dem Erdinnern aufstiegen und der Wind ungünstig stand, war der Zugang zum Kraterrand aus Sicherheitsgründen gesperrt. So ein Mist.

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