Wandern auf dem Jakobsweg

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Nach einer Legende missionierte der Apostel Jakobus der Ältere, ein Bruder des Evangelisten Johannes, Teile Spaniens. Seine sterblichen Überreste wurden nach seinem Tod im Jahr 44 in Jerusalem nach Galicien überführt und befinden sich heute in der Kathedrale von Santiago de Compostela.
Neben Rom und Jerusalem gehörte daher Santiago de Compostela – benannt nach dem heiligen Jakobus – zu den wichtigsten Pilgerzielen der Christen im Mittelalter. Immer mehr Pilger kamen aus religiösen Gründen nach Nordspanien, um u.a. Ablass von ihren Sünden zu erlangen. Es wurden befestigte Wege angelegt sowie Klöster und Herbergen entlang des Weges gebaut. Nordspaniens christlichen Königreiche erlebten durch die steigende Anzahl der Pilger einen wirtschaftlichen Aufschwung.

Santiago de Compostela wurde 1985 zum Kulturgut der Menschheit ernannt und die Pilgerfahrten nahmen wieder zu, nachdem sie seit dem 16. Jahrhundert kurzzeitig an Bedeutung verloren hatten.
Hape Kerkeling sorgte 2006 mit seinem Buch “Ich bin dann mal weg” in Deutschland für eine nie dagewesene Popularität der klassischen Route des Pilgerweges. Nicht nur religiöse Motive, auch Abenteuerlust und spirituelle Gründe locken immer mehr Pilger und Wanderer in den Norden Spaniens auf den Camino Francés, der sich von den französischen Pyrenäen durch die spanischen Städte Pamplona, Leon und Burgos nach Santiago de Compostela in Galicien zieht.

Der Jakobsweg ist heutzutage nicht nur Pilgerweg sondern auch einer der bekanntesten Fernwanderwege Europas. Jedes Jahr wandern zehntausende Pilger aus der ganzen Welt nach Santiago de Compostela. Obwohl der Jakobsweg heute touristisch gut erschlossen ist, findet der Pilger neben Kultur und Sehenswürdigkeiten immer noch endlose Weiten, urige Dörfer sowie Stille und Einsamkeit entlang des Weges. Der Weg ist sehr gut ausgeschildert und bietet zahlreiche Übernachtungs-, Einkehr- und Einkaufsmöglichkeiten.
Um am Ende der Pilgerreise die berühmte Urkunde Compostela überreicht zu bekommen, muss der Pilger vorweisen, dass er mindestens die letzten 100 Kilometer bis nach Santiago de Compostela zu Fuß gegangen ist bzw. die letzten 200 Kilometer per Fahrrad oder mit dem Pferd zurückgelegt hat. Dokumentiert werden die Etappen durch Stempel im Pilgerpass, die der Wanderer in Kirchen, Klöstern und Bars erhält.

Eine gute Vorbereitung ist für eine Wanderung auf dem Jakobsweg empfehlenswert. Wenn möglich, sollte man die Hauptferienzeit im Juli/August meiden und im Frühjahr oder im Herbst starten. Auch auf eine gute Ausrüstung sollte Wert gelegt werden. Insbesondere gute Wander- oder Trekkingschuhe sind wichtig. Wer in den Pilgerherbergen übernachten möchte, muss einen Schlafsack mitnehmen. Für Übernachtungen in den zahlreichen Hostels und Pensionen am Weg sollte ein Übernachtungspreis von ca. 25 Euro pro Person eingerechnet werden. Auch ein spanisches Wörterbuch erfüllt gute Dienste, da nur sehr wenige Spanier Englisch oder Deutsch beherrschen. Für durchschnittlich trainierte Wanderer ist ein Tagespensum von 25-30 km gut zu schaffen. Generell sollte jeder auf sein individuelles Schritttempo Rücksicht nehmen und die ersten Etappen ruhig angehen.

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